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Am 27.03.2010 vollendet eine der wesentlichen Persönlichkeiten der Vereinsgeschichte, unser Ehrenvorsitzender Franz Mohrs, sein 85. Lebensjahr. Der FV Rheingold Rübenach gratuliert hierzu herzlich und wünscht dem „Geburtstagskind“ noch viele gesunde Jahre im Kreise seiner Familie und in Verbundenheit mit seinem Fußballverein. In der Fotogalerie finden Sie einige markante Bildeindrücke und eine Würdigung seines Fußballerlebens.

Torhungriger Mittelstürmer, kompromissloser Verteidiger, kampf- und konditionsstarker Außenläufer – Franz Mohrs wird 85 Jahre –
(basierend auf dem Rheingold-Echo 1/2005 von Olaf Rompf)
Wenn unser Ehrenvorsitzender Franz Mohrs am 27.03.2010 seinen 85. Geburtstag feiert, dann wird die Zahl der Gratulanten nicht abreißen. Bekannt ist er wie ein „bunter Hund“ in Rübenach und auch über die Grenzen unseres Stadtteils hinweg. In Fußballkreisen ist er den „Älteren“ noch immer ein Begriff. Wer von den Jungen weiß denn, dass Franz Mohrs auf Augenhöhe mit den Kaiserslauterer Weltmeistern Fritz und Otmar Walter und Horst Eckel in der der damals höchsten deutschen Liga, der Oberliga, auf Punkt- und Torjagd ging? „Vielleicht hätte ich eher eine Chance auf eine Berufung in die deutsche Nationalmannschaft unter Sepp Herberger gehabt, wenn dieser nicht ein Verfechter der Blockbildung gewesen wäre“, vertraute er mir vor einigen Jahren an. Doch seine Popularität verdankt er nicht nur den alten Zeiten: Nie hat er sich auf den in jüngeren Jahren erworbenen Lorbeeren ausgeruht. Doch wie ist dieser Franz Mohrs zum Fußballsport gekommen? Warum konnte er große sportliche Erfolge feiern? Fragen, zu denen es schon viele Zeilen aus erlesenen Federn gibt. Hier nun der Versuch, sie – wenn auch nicht allumfassend zu beantworten – so doch einmal mehr zu beleuchten. Wenige Tage vor seinem 80. Geburtstag erzählte mir der Jubilar aus seinen fußballerischen Anfängen. Der genaue Start der Laufbahn lässt sich nicht datieren. Organisierten Jugendfußball nach heutiger Art, mit Spielerpass und dem Tag der ersten Spielberechtigung, gab es wenige Jahre nach dem 1. Weltkrieg im Jahr 1925 nicht. In der Schulmannschaft hat er mitgespielt und mit Freunden gebolzt. Doch der regelmäßige Einsatz erfolgt vor dem 2. Weltkrieg fast ausschließlich in der Rübenacher Feldhandballmannschaft. Sein Talent stellt Franz Mohrs auch hier unter Beweis. Er wird in die Gau-Moselland-Auswahl berufen. Der Fußball, damals in Rübenach noch wenig populär, fasziniert ihn aber immerhin derart, dass ihn sein damaliger Trainer, „der Hidiens Jupp“, zum Hand- und Fußball animiert. „Da habe ich morgens Feldhandball gespielt und nachmittags Fußball.“ Als 18jähriger schaffte es Franz Mohrs schon in die 1. Mannschaft des FV „Rheingold“ Rübenach. Es herrscht jedoch der 2. Weltkrieg und die sportlichen Aktivitäten werden bald zum Erliegen kommen. „Viele der erfolgreichen Handballer sind nicht mehr aus dem Krieg zurückgekehrt“, so dass er sich nach dem Krieg nur noch dem Fußball widmet. In der 1. Mannschaft schoss er in den Nachkriegsjahren 40 bis 50 Tore in der Saison. Da werden auch höherklassige Mannschaften auf einen jungen Spieler aufmerksam. „Ich war so bekannt wie vor Jahren ein Peter Lukas.“ Dies trifft zum damaligen Zeitpunkt vielleicht zu, sollte sich in den folgenden Jahren aber gewaltig ändern. Und dennoch spricht bei dieser Äußerung viel Wertschätzung des Jubilars für den Sturmführer und Torgaranten der letzten Dekade des Rübenacher Fußballs.
Eher er seinen Heimatverein „Rheingold“ Rübenach in Richtung Neuendorf verlässt, haben die dortigen Verantwortlichen Robert Weinand und Jupp Gauchel viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Immer wieder wurde Franz Mohrs bei Testspielen der TuS eingesetzt. Auf einer Nordlandreise mit Spielen beim SV Werder Bremen und dem Hamburger SV kommt er zum Einsatz (1948) und trifft. Aber es plagen ihn Zweifel, ob er bei TuS Neuendorf Fuß fassen kann. Keine leichte Entscheidung, zumal es damals nicht die Möglichkeit gab, sich durch Kurzeinsätze für höhere Aufgaben zu empfehlen. Die 11 Spieler, die ein Trainer aufbot, mussten das Spiel durchhalten, das Auswechseln wird erst später eingeführt. Und so war Franz Mohrs auch mal Ersatzspieler ohne Chance auf einen Einsatz. Eine Entscheidung, in Rübenach zu bleiben, wird bald zunichte. Im Dress des FV Rübenach wird ein Spiel gegen Mendig beim Stand von 7:1 für Rübenach wegen eines Wolkenbruchs abgebrochen. Als der TuS-Vorsitzende das am Folgetag aus der Zeitung erfährt, unternimmt er einen weiteren Versuch, den Franz für die TuS zu gewinnen. Seine Tauglichkeit hat er indes beim Sieg von TuS Neuendorf gegen den damaligen deutschen Meister VfR Mannheim mit einem Treffer beim 2:1-Sieg erneut unter Beweis gestellt. Ein Vertrag wird unterschrieben, die rot-schwarze Kluft des FVR vorübergehend gegen die Farben von TuS Neuendorf eingetauscht. Hier erlebt Franz Mohrs nicht nur die große Zeit des Koblenzer Fußballs mit, sondern er gestaltet sie auf dem Spielfeld. Nicht als Spielmacher, nicht als Stürmer: als Allroundspieler. „Gefürchtet war er als torhungriger Mittelstürmer wie als kompromissloser Verteidiger oder kampf- und konditionsstarker Außenläufer“, wie er später einmal von einem Zeitgenossen beschrieben wurde. Wo Not war, stellte ihn Jupp Gauchel auf. „Nur im Tor habe ich nie gespielt“ verrät er im Gespräch. Die Neuendorfer sind über Jahre eine feste Größe im Fußball. Viele Duelle gegen nationale und internationale Mannschaften werden auf dem Oberwerth vor tausenden Zuschauern ausgetragen. Besondere Höhepunkte sind die Südwest-Derbys gegen den 1. FC Kaiserslautern mit den Walter-Brüdern und Horst Eckel, den Mitgliedern der 54er Weltmeistermannschaft. In Ordnern und Umschlägen zeugen noch viele Fotos von der glorreichen Zeit und erfolgreichen Zweikämpfen. 12 Spielzeiten trägt Franz Mohrs das Neuendorfer Trikot und kehrt 1960 zum FV „Rheingold“ zurück. Als Spielertrainer sorgt er hier für einen Aufschwung, der die erfolgreichen Zeiten der Vereinsgeschichte einläutet. Mehrfach steigt die Mannschaft in die höchste Amateurspielklasse auf. Wenige Jahre später übernimmt er erste Aufgaben im Vorstand seines Heimatvereins. „Aber damals habe ich mich nur um das sportliche gekümmert“.“ Anfang der 70er Jahre wird er dann 2. Vorsitzender und lenkt in dieser Position fast ein Vierteljahrhundert die sportlichen Geschicke unseres Vereins. Mit Georg Dötsch an der Spitze und Franz Mohrs als 2. Vorsitzender entwickelt sich der Verein zu dem, was er heute ist. Georg als macher mit Ideen und großem Interesse am Breitensport und der Jugendförderung und Franz als Verantwortlicher des Seniorenfußballs haben ein gutes Fundament gebaut, auf dem das heutige Haus des FVR steht: Einer der größten Vereine im Fußballverband Rheinland, drei Senioren- und eine AH-Mannschaft, eine breite Jugendabteilung mit derzeit 14 Mannschaften, breitensportorientierte Sportangebote in vielen Abteilungen und Gruppen. Letzter „Coup“ unserer Ehrenvorsitzenden Georg und Franz war die Gründung der Fördergemeinschaft. Idee und Planung: Georg Dötsch. Überaus erfolgreiche Umsetzung: Franz Mohrs.
Auch abseits des Sportplatzes steht Franz Mohrs seinen Mann. Nachdem er ohne höheren Schulabschluss zunächst im landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern arbeitete, verhalf ihm sein sportliches Können zum Wechsel in ein Dienstleistungsunternehmen. Nach einer Banklehre arbeitete er sich bis zum Leiter der Wechselabteilung in der Dresdner Bank in Koblenz empor. Zuletzt war er im Aufbau des Firmenmarketing involviert, ehe ihm ein Ausrutscher „bei der Ausübung des Rübenacher Lieblingssports“ (so ein Laudator anlässlich des 60. Geburtstages 1985) einen komplizierten Armbruch bescherte. Verheiratet ist er seit 1951 mit seiner Erika. Die Söhne Jakob und Walter sowie die Enkelkinder vervollständigen ein jahrzehntelanges Familienglück.
Der FV Rheingold mit all seinen Gremien, Mannschaften, Abteilungen und Mitgliedern gartuliert Dir, lieber Franz, auf das Herzlichste und wünscht für die nächste Zeit vor allem eines, Gesundheit!
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